01 · DIE WELT IST EINE TASCHENUHR London. Die Uhr geht richtig. Wie jeden Tag. Der Tee zieht seine vier Minuten, der Morgen wartet vor dem Haus. Ich streich die Falten aus den Ärmeln und mit der Hand die Zweifel aus. Der gleiche Weg, dieselben Schritte, mein Stuhl steht längst für mich bereit. Ich sitze sicher in der Mitte von einem Leben ohne Zeit. Hinter Glas die fernen Länder, auf dem Tisch der Kontinent. Keine Küste trägt die Handschrift eines Menschen, der mich kennt. The world is just a pocket watch, the stars are wheels of gold. Every mile a measured moment, every second bought and sold. I can trace the furthest ocean, I can tell you where it ends. But the hands keep moving forward, and they never hold my hand. Im Club versinken ihre Stimmen im weichen Leder neben mir. Man spricht von Schiffen und Maschinen, als läg die Zukunft vor der Tür. Ein Finger fährt durch fremde Städte, zieht eine Linie übers Meer. Ich sage: „Wenn man Zeit nur hätte, wär selbst die Ferne nicht so schwer.“ Jemand lacht und hebt die Zeitung. Jemand fragt: „Wie weit denn schon?“ Draußen pfeift die letzte Droschke. Drinnen wartet man auf meinen Ton. The world is just a pocket watch, the stars are wheels of gold. Every mile a measured moment, every second bought and sold. I can trace the furthest ocean, I can tell you where it ends. But the hands keep moving forward, and they never hold my hand. Mein Vater trug sie an der Weste, ich trag sie seit dem letzten Tag. Sie lief noch weiter, als er fort war. Ich hielt sie fest. Er wurde kalt. Seitdem lass ich sie niemals stehen. Ich zieh sie auf, ich hör ihr zu. Vielleicht muss alles weitergehen, sonst hör ich wieder diese Ruh. Doch manchmal, wenn die Straßen schweigen, kommt durch das Fenster fern ein Pfiff. Dann seh ich Dampf im Dunkeln steigen und an den Kais ein fremdes Schiff. The world is more than a pocket watch, more than wheels of gold. There are voices past the harbour, there are lives I’ve never known. I can trace the furthest ocean, but I’ve never felt its spray. All these years I’ve kept the hours. Have I let them slip away? Ich klapp den goldnen Deckel wieder. Ein leiser Schlag. Der Raum wird still. Dann fragt mich jemand gegenüber: „Nun, Mister Fogg – was wäre, wenn?“